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"Die Hochzeit des Achilles"
ein barbarisches Lustspiel von Artur Swinarski

Liebe und Krieg
Mit der „Hochzeit des Achilles“ von Artur Swinarski hatte sich Artanos, nach einigen sehr erfolgreichen Kriminalkomödien in den letzten Jahren, 2013 einem ganz neuen Stoff zugewandt. Wie der Name schon andeutet, spielt das Stück in der Antike, Schauplatz ist das Reich der Amazonen. Neben dem legendären Helden Achilles ist der sagenumwobene Odysseus mit von der Partie, dazu diverse Amazonen-Königinnen und ihr Gefolge. Wer nun ein Sandalen-Epos à la Hollywood erwartete, der war allerdings auf der falschen Fährte. Denn in diesem Spiel um Liebe und Krieg treten die antiken Helden nicht besonders heldenhaft auf, und auch die Amazonen zeigen sich eher von ihrer menschlich-alltäglichen Seite. Der Krieg ist nur der Nebenschauplatz, denn eigentlich geht’s ums Heiraten und Kinderkriegen, um verbotene Liebe, um Freundschaft und Verrat, also zeitlose Themen, die nicht nur im Frauenstaat der Amazonen eine Rolle spielen. Wenngleich die Konstruktion dieses Staates ohne Männer durchaus für einige besondere Verwicklungen sorgt.

Komödie – Tragödie – Tragikomödie?
Wer Artanos kennt, weiß auch, dass das Spiel mit verwickelt-vergnüglicher Handlung, mit Wortwitz und Situationskomik zu den großen Stärken und sozusagen zum Repertoire der Truppe gehört. Was erwartete das Publikum diesmal? Keine Tragödie, aber die „Hochzeit des Achilles“ war auch keineswegs eine Lachparade. Die Themen sind ja durchaus ernst und ein Happy End ist eigentlich nicht zu erwarten. Dennoch: an witzigen Wortgefechten fehlte es nicht, Verkleidung, Ränke und Possenspiel milderten die ernsten Themen ab, ohne dass das Stück dabei den nötigen Tiefgang verlor. Wie immer ging Artanos mit diesem Mix aus Ernst und Spaß gekonnt um und entwickelte daraus eine flotte Tragikomödie, die die Zuschauer durchgängig begeisterte.

Und erstmalig in der Geschichte von Artanos -
- alle sechs Aufführungen konnten dank des beständigen und sonnigen Wetters auf der Freilichtbühne im Behr-Park gezeigt werden.